«Ein Haus, das wieder als Ganzes arbeitet – vertikal, offen, lebendig»

Zum Lämmlein

Basel,

1998

Mit der Wiederbelebung der historischen Liegenschaft «Zum Lämmlein» wird das Handwerkerhaus als durchlässiges, vertikal organisiertes Gefüge reaktiviert – ein Umbau, der Tradition und zeitgenössische Nutzung zu einer lebendigen Einheit verschmilzt.

Die historische Altstadtliegenschaft Zum Lämmlein in der Gerbergasse wurde ihrer ursprünglichen Bestimmung als gesamthaft genutztes Handwerkerhaus wieder zugeführt. Das Gebäude, dessen Geschichte bis ins Spätmittelalter zurückreicht, war über die Jahre hinweg fragmentiert und in seiner Nutzung eingeschränkt worden – vor allem die oberen Geschosse standen leer oder wurden nur sporadisch belegt.

Mit der architektonisch offen konzipierten, vertikalen Durchlässigkeit gelingt es, diese Trennung aufzuheben. Anstatt das Erdgeschoss weiterhin ausschliesslich gewerblich zu nutzen, wurde das Haus als Gesamtraum verstanden, der von verschiedenen Kleingewerben gemeinsam bespielt wird. Diese Nutzung über mehrere Ebenen hinweg verleiht dem Haus eine neue Dynamik und knüpft an die handwerkliche Tradition der Altstadt an, in der Wohnen und Arbeiten stets ineinandergriffen.

Die Eingriffe beschränken sich auf das Notwendige: räumliche Verbindungen werden geöffnet, Blickachsen wiederhergestellt und die historische Substanz in ihrer gewachsenen Materialität bewahrt. Das Resultat ist ein Haus, das in seiner Schichtung von Vergangenheit und Gegenwart eine zeitgemässe Form urbaner Produktion verkörpert – kleinteilig, gemeinschaftlich, anpassungsfähig.

Projektbeteiligte

Rebekka Brandenberger, Doris Koepfli

Bauherrschaft

Privat

Baudaten

1998

Standort

Gerbergasse 82, Basel

Bildnachweis

Georg Aerni, Buol & Zünd