Projektwettbewerb auf Einladung, “Radici”, 3. Preis
Der Entwurf für die Wohnüberbauung Neues Rhyhus in Rheinfelden entwickelte seine Haltung aus der landschaftlichen Ausgangslage: einem weitläufigen, von altem Baumbestand geprägten Park. Diese besondere Situation verlangte nach einer Architektur, die den Ort nicht überformt, sondern ihn fortschreibt – in der Sprache des Wohnens, eingebettet in die Geschichte des Grundstücks.
Rheinfelden liegt am Hochrhein, an der Grenze zu Deutschland. Das Areal an der Hermann-Keller-Strasse bildet den Übergang zwischen der städtischen Struktur und dem offenen Parkraum. Gegenüber steht eine geschützte Villa mit begleitender Allee, die den Ort prägt. Der Entwurf reagiert darauf mit zwei entschieden differenzierten Baukörpern: einem dreigeschossigen Haus an der Strasse und einem zweigeschossigen Holzbau im Park. Beide Volumen stehen in engem Dialog mit der Landschaft und definieren sie zugleich neu.
Das dreigeschossige Wohnhaus fasst die Strassenkante. Seine Fassade reagiert auf die benachbarten Gebäude, während sich der Baukörper rückseitig freier zum Park entwickelt. Ein mittig angeordnetes Entree gliedert den Grundriss in Wohn- und Schlafbereiche und öffnet den Blick durch das Haus hindurch. Die Räume sind gleichwertig dimensioniert und erlauben eine flexible Nutzung. Der kompakte Dielengrundriss erzeugt Grosszügigkeit auf begrenzter Fläche.
Im Park liegt der zweigeschossige Holzbau mit schmalen, fingerartigen Wohnungen, die sich zwischen die bestehenden Bäume legen. Die wabenartige Raumstruktur umschliesst einen hauswirtschaftlichen Kern und öffnet sich über Loggien direkt in die Landschaft. Durch seine Materialität und Haltung knüpft das Haus an die Typologie der Villa an: alle Räume sind gleichwertig, jede Nutzung bleibt offen.
Das Projekt sucht das Gleichgewicht zwischen Architektur und Natur, zwischen gebauter Struktur und gewachsener Form. Es versteht Wohnen als Teil des Ortes – verwurzelt.