Studienauftrag, “Chraebeli”, 2. Rang
Das Wettsteinquartier in Basel liegt zwischen den sich ausdehnenden Arealen der Roche und der Messe und bewahrt dennoch seine vorstädtische Wohnlichkeit. Charakteristisch für das Quartier sind die Innenhöfe, die von geschlossenen Blockrändern gefasst werden und durch ihre vertrauten Massstäbe und ihre Durchgrünung eine hohe Lebensqualität vermitteln.
Innerhalb dieser städtebaulichen Struktur untersucht das Projekt „Chräbeli“ die Möglichkeit des Wohnens im Blockrandhof. Während das klassische Blockrandhaus stets über eine Strassen- und eine Hofseite verfügt, erlaubt die Bebauung innerhalb des Hofes eine spezifischere Reaktion auf Belichtung, Orientierung und Privatheit.
Der Entwurf positioniert sich als Teil des Hofraumes und integriert sich in die bestehende Grünstruktur. Durch den Verzicht auf ein Attikageschoss tritt das Haus nicht in Konkurrenz zur umliegenden Bebauung und wahrt die Körnung des Quartiers. Der prägnante Baukörper verlängert sich südseitig und bietet dadurch eine weitläufige Fassade, von deren Besonnung nahezu alle Wohnungen profitieren.
Die Wohnungen sind dreiseitig orientiert, wodurch eine optimale Belichtung und Querlüftung erreicht wird. Gleichzeitig verhindert die Anordnung der Räume direkte Einsichten und schafft vielfältige Ausblicke in die Tiefe des Hofraums. So entstehen spezifische Hofwohnungen, die trotz kompakter Grundrisse eine hohe räumliche Qualität und Privatheit besitzen.
Das Haus versteht sich als stiller Eingriff – als Weiterführung des Hofmotivs in seiner räumlichen Konsequenz, nicht als Bruch. Es fügt sich in den Hof ein, stärkt dessen Charakter und erweitert zugleich die Typologie des innerstädtischen Wohnens.