«Der Pavillon öffnet den Blick – die Villa bleibt still»

Villa Flora

Winterthur,

2013

Ein Haus im Garten – bewahrt als Gesamtkunstwerk zwischen Kunst, Leben und Erinnerung.

Am Rand der Winterthurer Altstadt, zwischen parkartigen Villengärten und spätklassizistischen Stadthäusern, liegt die Villa Flora – ein einzigartiges Ensemble aus Wohnhaus, Garten und Kunstsammlung. Das von Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler geprägte Anwesen gilt als seltenes Beispiel eines privaten Gesamtkunstwerks, in dem Architektur, Einrichtung und Kunst in unmittelbarer Beziehung zueinanderstehen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schufen die Hahnlosers einen Ort, an dem Kunst und Leben untrennbar verbunden waren. Ihre Sammlung, ergänzt durch selbst entworfene Möbel und von Künstlerfreunden gestaltete Elemente, bildet bis heute den Kern des Hauses. Diese Einheit aus Bau, Interieur und Garten erzählt von einer Epoche, in der das Sammeln selbst als schöpferischer Akt verstanden wurde.

Der Projektvorschlag knüpft an diese historische und kulturelle Schicht an. Ziel ist nicht die museale Überformung, sondern die integrale Erhaltung des Bestehenden – Haus, Sammlung und Garten als unteilbares Ganzes. Der Zugang zur erweiterten „Villa Flora“ erfolgt über einen neuen Gartenpavillon, der den Besucher zunächst das Haus im Garten erleben lässt.

Die Villa selbst bleibt weitgehend unberührt von musealer Infrastruktur. Befreit von An- und Zubauten, soll sie ihren Charakter als Wohnhaus im Garten bewahren und in ihrer authentischen Erscheinung erfahrbar bleiben. Das neue Ensemble versteht sich damit nicht als Erweiterung, sondern als behutsame Rahmung eines bedeutenden kulturellen Erbes.

Projektbeteiligte

Rémy Schuster, Louis Putot, Johannes Schäfer, Dano Gloor, Deborah Heitz

Auftraggeber

Stadt Winterthur, Amt für Städtebau

Standort

Tösstalstrasse 44, Winterthur, CH