«Das Haus spielt sich selbst – in Stein, Licht und Bewegung»

OXER – Aargauer Bühne

Aarau,

2011

Ein historisches Bauwerk entfaltet sich neu – die Alte Reithalle wird zur Bühne ihrer eigenen Transformation.

Wettbewerb, “Tristan und Isolde”

Die Alte Reithalle in Aarau, ein denkmalgeschützter Bau von 1865, prägt seit jeher den Rand der Altstadt. Mit der Umnutzung zum Theaterhaus OXER erhält das Gebäude eine neue Rolle im kulturellen Leben der Stadt. Das Projekt versteht den Umbau als räumliche und szenografische Geste – als Weiterführung des Hauses durch Bewegung, Öffnung und Transformation.

Das neue Foyer wird aus dem Sockel der Reithalle herausgezogen und trichterförmig nach oben geklappt. So entsteht ein einladender Auftakt, der Besucherinnen und Besucher in das Innere führt. Im neu gefassten Eingangsraum befinden sich die Kasse, eine kleine Bar, die Zugänge zu den Bühnen und der Garderobenbereich. Zwei präzise Einschnitte im historischen Mauerwerk ermöglichen die Zirkulation zwischen Foyer und den nördlich anschliessenden Bereichen, in denen Künstlergarderoben, Werkstätten und Verwaltung untergebracht sind.

Dieses Prinzip der Erweiterung setzt sich im gesamten Gebäude fort. Entlang des Putzsockels werden zwei neue Volumina gefügt und hochgeklappt, wodurch eine charakteristische Shedstruktur entsteht. Sie ist funktional auf den Werkcharakter der Innenräume abgestimmt und formuliert gleichzeitig eine architektonische Metapher für das Bühnengeschehen: das Sichtbare und das Verborgene, das Innen und das Aussen.

Die historische Fassade und ihre Öffnungen bleiben in ihrer Erscheinung erhalten, werden aber durch die neuen Eingriffe subtil neu gelesen. Die Garderoben und Werkstätten erhalten Tageslicht, die Büros der Verwaltung im Obergeschoss öffnen sich mit feinem Bezug zum Aussenraum. Besucher und Personal bewegen sich auf getrennten Wegen, doch beide werden szenisch geführt – wie Akteure auf einer gemeinsamen Bühne, die in unterschiedlichen Szenen denselben Ort beleben.

So entsteht aus der Alten Reithalle ein Haus, das Vergangenheit und Gegenwart nicht gegeneinander ausspielt, sondern in ein neues, räumlich erzählendes Verhältnis setzt.

Projektbeteiligte

Dano Gloor, Johannes Schäfer

Auftraggeber

Stadt Aarau

Standort

Alte Reithalle, Apfelhausenweg, Aarau

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