Das Musikerwohnhaus II ergänzt das bestehende Musikerwohnhaus an der Lothringerstrasse im Basler St. Johann-Quartier. Der Entwurf entwickelt dessen Idee weiter, Wohnen und Arbeiten räumlich zu verweben, und stärkt das Ensemble zu einem Ort für Musik und Gemeinschaft.
Am nördlichen Rand des Quartiers, nahe der französischen Grenze, trifft das Projekt auf ein heterogenes städtebauliches Umfeld. Die Lage an der Blockrandecke bildet eine prägnante Ausgangssituation, in der der Neubau auf die unterschiedlichen Strassenzuschnitte reagiert und sich in Materialität und Massstab in die Nachbarschaft einfügt.
Das Konzept nutzt das natürliche Gefälle des Strassenniveaus und schafft im Erdgeschoss hohe, lichte Musikräume. Diese dienen als Arbeitsräume und kleine Studios, die das Wohnen im Haus ergänzen. In den Obergeschossen entstehen Wohnungen in verschiedenen Grössen – kompakt geschnitten, präzise organisiert, im Sinn der Stiftung Habitat funktional und wirtschaftlich. Auf jedem Geschoss liegen zusätzlich drei Übungsräume, welche die Verbindung von Alltag und musikalischer Tätigkeit unmittelbar ermöglichen.
Der abgestufte, verputzte Baukörper interpretiert die Massstäblichkeit und Materialität des Bestands im St. Johann-Quartier. In seiner Haltung knüpft der Entwurf an das bestehende Musikerwohnhaus an, bleibt aber eigenständig in Ausdruck und Volumen – als leises Pendant im Stadtgefüge, das die Idee des musikalischen Wohnens weiterschreibt.