Am Spalenring, einer stark befahrenen Verkehrsachse in Basel, sollte ein bestehendes dreigeschossiges Wohnhaus durch einen fünfgeschossigen Neubau ersetzt werden. Das Vorhaben stand im Spannungsfeld zwischen der dichten städtischen Situation, den Anforderungen des Baugesetzes und den Bedürfnissen nach gut belichteten, ruhevollen Wohnungen.
Das enge Korsett der Zonenvorschriften beschränkte die Bautiefe auf zwölf Meter. Der Grundriss reagiert darauf mit einer erweiterten Hofabwicklung, die es ermöglicht, die Zimmer optimal zu belichten und zugleich die geforderte Freifläche auf der Parzelle einzuhalten. So entsteht trotz der kompakten Tiefe ein wohnlich belichtetes, funktional sorgfältig gegliedertes Haus, das auf die typischen Herausforderungen der innerstädtischen Verdichtung eine vielschichtige Antwort gibt.
Zur Strasse hin präsentiert sich der Bau als fein gegliederter Körper in der Baulücke – eine Haltung, die dem urbanen Charakter des Spalenrings gerecht wird. Die geschichtete Fassade erfüllt nicht nur die Anforderungen des Lärmschutzes und der natürlichen Belüftung, sondern bestimmt zugleich den architektonischen Ausdruck: ein Spiel aus Tiefe, Rhythmus und Schichtung, das den Übergang zwischen öffentlichem Raum und privatem Wohnen thematisiert.
Der Entwurf versteht Verdichtung nicht als Verdichtung von Masse, sondern als Verdichtung von Qualität – als sorgfältige Abstimmung von Raum, Licht und Fassade auf den spezifischen Ort der Stadt.