Im dichten Gefüge der Kleinbasler Altstadt, zwischen Hinterhöfen, Werkstätten und stillen Gassen, liegt der Jazz Campus der Musik-Akademie Basel. Auf dem Fussabdruck einer ehemaligen Maschinenfabrik entstand ein neuer Ort für Lehre, Forschung und Aufführung – ein Hausensemble, das sich selbstverständlich in das Quartier einfügt und zugleich eine eigene räumliche Welt bildet.
Der Campus versteht sich als offenes Feld des Lernens und Experimentierens. In der Übertragung dieses Begriffs auf den innerstädtischen Kontext wird der Hof zum eigentlichen Campus – zum Ort der Begegnung zwischen Stadt, Publikum und Musikszene. Er vermittelt zwischen introvertiertem Arbeiten und öffentlichem Leben, zwischen Konzentration und Austausch.
In seiner Volumetrie folgt das neue Ensemble dem gewachsenen Stadtgrundriss. Die kleinteilige Dachlandschaft und die pittoreske Körnung der Häuser nehmen Bezug auf die Altstadttypologien und führen die Atmosphäre des Ortes fort. Das Ziegelmauerwerk mit industriell anmutenden Aluminiumfenstern verleiht dem Baukörper eine handwerkliche, zugleich zeitaktuelle Materialität.
Drei unabhängige Treppenhäuser erschliessen das Gebäude wie Äste eines Baumes, «baumartig», und verbinden die äusseren Aufenthaltsräume oder die darunterliegende Halle. Eine bewusst hofeinbeziehende Erschliessung, eine Struktur, die Durchlässigkeit und Begegnung innerhalb des Hauses fördert, die für Frequenz sorgt und den Campus belebt.
Das Raumprogramm reicht vom kleinen Übungsraum bis zum grossen Aufnahmesaal; die unterschiedlichen akustischen Anforderungen sind integraler Bestandteil der Konstruktion. So entsteht ein vielschichtiges Gefüge, das Arbeit, Lehre und Aufführung zu einem architektonischen und atmosphärischen Ganzen verbindet.