Das ehemalige Dorfschulhaus von Büsserach erhält eine zweite Lebensphase. Nach Jahrzehnten der Nutzung als Schulhaus wird es zu einem Haus für Vereine und eine Kindertagesstätte umgebaut – als offenes Haus für Begegnung, Gemeinschaft und Alltag.
Der kompakte Bau des alten Schulhauses ist im Grundriss einfach aufgebaut und orientiert sich mit seiner Hauptfassade und dem Eingang zur Strasse hin. Für die neue Nutzung entsteht ein Erweiterungsbau, der das bestehende Gebäude um eine Liftanlage und sanitäre Räume ergänzt und es gleichzeitig zur Hofseite öffnet. So wird das Haus neu ausgerichtet – vom öffentlichen Strassenraum zur gemeinschaftlichen Mitte.
Die räumliche Asymmetrie des Neubaus findet ihr Pendant im Grundriss: Neben den funktionalen Räumen formt sich eine grosszügige Halle, die das Ensemble selbstbewusst mit dem Hof in Beziehung setzt. Alt- und Neubau bleiben eigenständig, treten aber in Gebrauch und Ausdruck in einen Dialog.
Die Erweiterung wird als geschuppte Holzkonstruktion ausgebildet, die sich in Materialität und Charakter bewusst vom verputzten Altbau unterscheidet, sich jedoch über horizontale Bezugspunkte an dessen Gliederung orientiert. Der Neubau erscheint damit als leiser Gegenpart – eigenständig und doch vertraut.
Im Erdgeschoss öffnet sich die Kindertagesstätte direkt zum Hof, während die oberen Geschosse über eine neue Treppenanlage den Vereinen dienen. Die Sanierung des Altbaus bringt dessen ursprüngliche Farbigkeit zurück und bildet die Grundlage für ein fein abgestimmtes Farbkonzept, das Alt und Neu zu einem optisch ausgewogenen Ganzen fügt.
So wächst ein Haus aus seiner Geschichte heraus und findet eine neue Aufgabe – eigenständig und zugleich selbstverständlich.