Der Gutshof Wildenstein liegt in einer von Hügeln und Baumreihen geprägten Landschaft oberhalb der Baselbieter Gemeinde Bubendorf. Die Anlage, bestehend aus Schloss, Nebengebäuden und Ökonomie, wirkt wie gewachsen – ihre Stellung im Gelände folgt keiner offensichtlichen Ordnung, sondern einer stillen Logik des Gebrauchs. Aus dieser pragmatischen Entstehung heraus hat sich eine räumliche Schönheit entwickelt, die sich nicht vollständig entschlüsseln lässt und gerade dadurch ihren Reiz entfaltet.
Der neue Laufstall versteht sich als Fortsetzung dieser gewachsenen Ordnung. Seine Setzung entlang der Höhenkurven führt die bestehende Reihe der Ökonomiegebäude weiter und schliesst sie zugleich durch eine leichte Drehung nach Süden ab. Diese Bewegung verleiht dem Bau eine eigene Geste – ruhig, aber bestimmt –, die den Bestand ergänzt, ohne ihn zu imitieren.
Architektonisch interpretiert das Projekt den Kuhfreilaufstall als Teil der Landschaft. Das weit gespannte Dach bindet die Funktionen unter einer durchgehenden Linie zusammen und dramatisiert die Horizontale der Anlage. So entsteht ein liegender, flächig lesbarer Baukörper, der den Gegensatz zur vertikalen Geste des Schlosses bewusst ausspielt. Das Dach wird zum architektonischen Motiv, das die landschaftliche Bewegung aufnimmt und in eine zeitgenössische Form überführt.
In seiner Haltung bleibt der Entwurf dem Wesen des Ortes verpflichtet: Er denkt weiter, was vorhanden ist – präzise, zurückhaltend und mit einem tiefen Verständnis für das Gleichgewicht zwischen Landschaft und Architektur.