«Feines Gleichgewicht von Struktur, Funktion und Geschichte»

Gotthelfschulhaus

Basel,

1996

Der Umbau der Turnhalle des Gotthelfschulhauses schafft durch präzise Eingriffe und eine klare räumliche Gliederung eine neue Balance zwischen Funktionalität, Lichtführung und der historischen Würde des Ensembles.

Die Schulhausanlage im Basler Gotthelfquartier wurde 1901 errichtet und umfasst neben dem Hauptgebäude ein dreiteiliges Ensemble, dessen Zentrum die Turnhalle bildet. Ursprünglich erfolgte der Zugang von der Seite – aus der Richtung des gegenüberliegenden Schulhauses –, während die Stirnseiten unterschiedliche Nutzungen aufwiesen: Auf der einen Seite befand sich die Abwartswohnung, gegenüber das Feuerwehrmagazin, das später als Umkleide und neuer Eingang zur Turnhalle diente.

Im Zuge der jüngsten Sanierung wurde die räumliche Ordnung grundlegend überarbeitet. Eingang und Garderoben sind nun klar voneinander getrennt und zu einem funktionalen, aber dennoch atmosphärisch stimmigen Raumgefüge verbunden. Eine zentrale, aus Eichenholz gefertigte Treppe führt in das Dachgeschoss und wird selbst zum prägnanten architektonischen Element. Über eine Galerie mit einem ornamentalen Streckblech eröffnet sich der Blick in die Halle – ein feines Spiel zwischen Transparenz, Struktur und Bewegung.

Die längs angeordneten Garderoben fassen den Raum klar, während am Kopfende die Nasszellen den Abschluss bilden. Durch das präzise Setzen der neuen Elemente bleibt der Bestand in seiner Massstäblichkeit und Materialität spürbar, während der Umbau eine neue räumliche Qualität schafft, die den funktionalen Anforderungen ebenso gerecht wird wie der architektonischen Sprache des historischen Ensembles.

Projektbeteiligte

Doris Koepfli

Bauherrschaft

Hochbau- und Planungsamt Basel-Stadt

Baudaten

1994-1996

Standort

St. Galler-Ring 105, Basel

Bildnachweis

Georg Aerni