«Ein Bau, der die Stadtlinie fortschreibt und zugleich öffnet»

Geschäftshäuser “Peter Merian”

Basel,

2000

Mit der Reihe der Geschäftshäuser an der Nauenstrasse wird ein städtebauliches Bindeglied zwischen dem dichten Gundeldingerquartier und dem offenen Stadtraum um die Münchensteinerbrücke geschaffen – eine Abfolge von Volumen, die in Rhythmus, Tiefe und Transparenz miteinander korrespondieren und als Ensemble auf die Grossmassstäblichkeit des Ortes antworten.

Der Baukörper der Geschäftshäuser Peter Merian entwickelt sich über sechs Einheiten, die durch zentrale Höfe gegliedert werden. Gegen die Münchensteinerbrücke hin nimmt die Gebäudetiefe sukzessive ab, wodurch das Ensemble in gerader Linie abschliesst und zugleich einen offenen Brückenkopf formuliert. Diese Haltung bewahrt die Durchlässigkeit des Stadtraums und erhält die visuelle Verbindung zwischen dem Gundeldingerquartier und den grossen Volumen des Stadtzugangs. Die Sicht auf den markanten Referenzbau der Lonza sowie auf dessen offen gestaltete Umgebung bleibt erhalten und verankert das neue Ensemble in der städtebaulichen Topografie des Areals.

Als prägendes Aussenmotiv wird eine differenzierte Gartenanlage in den Höfen vorgeschlagen, die jedem Gebäudeteil einen individuellen Charakter verleiht und das Gesamtgefüge in eine landschaftliche Ordnung einbindet. Diese Gärten dienen zugleich als ruhige, atmosphärische Binnenräume im Kontrast zum verkehrsreichen Stadtraum.

In seiner architektonischen Erscheinung greift der Entwurf das Bild des «liegenden Hochhauses» auf – ein linearer, horizontaler Baukörper, dessen Fassade aus Stahl und Glas durch feine Differenzierungen in Dimension und Proportion strukturiert ist. Diese Material- und Formensprache steht in direkter Beziehung zu den bestehenden Bauten des Quartiers, insbesondere zum Peter-Merian-Ensemble, der Lonza und der Post. Während beim Hochhaus die Massivität nach oben abnimmt, verschiebt sich hier das Gleichgewicht von Stahl zu Glas gegen den Brückenkopf hin – eine Reduktion der Dichte zugunsten von Transparenz.

So entsteht ein Ensemble, das sich präzise in den Stadtraum einfügt, gleichzeitig jedoch durch seine klare Struktur und rhythmische Gliederung eine selbstbewusste architektonische Identität entwickelt.

Projektbeteiligte

Lea Zimmermann

Auftraggeber

Immobiliengesellschaft Bahnhof-Ost, SBB

Standort

Nauenstrasse, Basel