Das Gärtnerhaus liegt im Herzen der Ermitage der Baselbieter Gemeinde Arlesheim, einem der bedeutendsten Landschaftsgärten der Schweiz. Seine Instandsetzung erfolgte in enger Abstimmung mit der Gesamtkonzeption der Anlage, deren denkmalpflegerischer Wert weit über die Region hinausreicht. Ziel der Arbeiten war es, den Charakter des kleinen Hauses zu bewahren und zugleich seine historische Materialität erlebbar zu machen.
Die baulichen Eingriffe wurden bewusst zurückhaltend vorgenommen: Das Mauerwerk blieb unverändert, während die Putzschicht nach historischem Vorbild neu aufgebaut wurde. Ein Gemisch aus Sumpfkalkmörtel und Kalkfarbe verleiht der Oberfläche ihre ursprüngliche Lebendigkeit und Bindung an die Handwerkstradition des 18. Jahrhunderts.
Ursprünglich war für das Gärtnerhaus eine romantische Fassadengestaltung vorgesehen, die die Idee einer überwachsenen Ruine aufgreifen sollte. Innerhalb des Landschaftsgartens hätte sich eine florale Ornamentierung über die gesamte Fassade entfaltet und die Verbindung von Natur und Architektur sichtbar gemacht. Bei der Wiederherstellung wurde diese historische Vorstellung dokumentiert und in reduzierter Form in der Struktur des Hauses bewahrt. Die im Zuge der Arbeiten entdeckte Malerei wurde aus denkmalpflegerischen Gründen überputzt und so dauerhaft konserviert.
Die Sanierung zeigt exemplarisch, wie sensibel mit einem Bauwerk umgegangen werden kann, dessen Wert weniger in seiner Grösse als in seiner Einbindung in ein kulturelles und landschaftliches Gesamtensemble liegt.