«Die Geschichte bleibt sichtbar – im Rhythmus der Räume»

Froburgstrasse

Basel,

2007

Ein Weiterbauen aus dem Bestand – das Haus an der Froburgstrasse zeigt, wie Geschichte Raum für Gegenwart schafft.

Das Mehrfamilienhaus an der Froburgstrasse, 1911 erbaut, gehört zu jenen Basler Stadthäusern, die durch ihre handwerkliche Präzision und ihre feine Gliederung ein hohes Mass an alltäglicher Wohnqualität vermitteln. Im Zuge der Sanierung wurde das Gebäude in seiner historischen Substanz respektvoll erneuert und zugleich in seiner Nutzung neu gedacht. Das Erd- und erste Obergeschoss wurden zu einer Maisonette verbunden, das Dach ausgebaut und zusammen mit dem vierten Obergeschoss als zweite Maisonette organisiert.

Der markanteste Eingriff zeigt sich am Dach: Dort, wo sich ursprünglich ein Walm befand, zieht sich nun ein Risalit über die gesamte Fassade und endet in einer Terrasse, die über die Dachkante hinausstösst. Diese neue Krone setzt die bestehende Erkerstruktur fort und formuliert eine prägnante, aber ruhige Weiterentwicklung der ursprünglichen Architektursprache. Sie gibt dem Haus ein neues Gesicht, ohne dessen Massstäblichkeit zu verletzen.

Im Inneren folgt die Materialisierung dem Bestand. Originale Elemente wie Böden, Türen und Gewände wurden erhalten, ergänzt oder sorgfältig rekonstruiert. Neue Einbauten und Schränke greifen in ihrer Gestaltung die handwerkliche Sprache des frühen 20. Jahrhunderts auf. Die Grundrisse wurden weitgehend beibehalten, wodurch der Charakter der Wohnungen erhalten blieb. In der unteren Maisonette dient die bestehende Serviceschicht weiterhin als interne Erschliessung; bei der oberen wurde das bestehende Treppenhaus integriert und räumlich neu interpretiert.

So entstand ein Haus, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet – unaufgeregt, präzise und mit dem Gespür für den stillen Wert des Vorgefundenen.

Projektbeteiligte

Vincenzo Maddalena

Bauherrschaft

Privat

Standort

Froburgstrasse 15, Basel

Bildnachweis

Christian Flierl