Wettbewerb, 1. Preis
In der unteren Altstadt von Bern entstand auf den Fragmenten der Vorgängerbauten ein neues Stadthaus, das den Übergang zwischen der Kramgasse und der Rathausgasse bildet. Der Neubau ersetzt ein heterogenes Ensemble und führt dessen Struktur formal weiter.
Die Anlage besteht aus einem Vorderhaus an der Kramgasse und drei Hinterhäusern an der Rathausgasse. Ihre morphologische Logik folgt der ursprünglichen Parzellierung, die in den Gewölbekellern bis heute ablesbar bleibt. Aus dieser Struktur entwickelten sich unterschiedlich grosse Wohnungen mit jeweils eigener Raumdisposition. So verbindet das Projekt das Geschichtliche mit dem Gegenwärtigen – die Parzellierung wird zur Grundlage einer heutigen Typologie.
Die architektonische Figur mit Vorderhaus, drei Hinterhäusern und kammerartig gefassten Wohnungen orientierte sich an den historischen Altstadthäusern und an Spuren des ehemaligen barocken Stadtpalais. Zwischen den Baukörpern öffnet sich ein gemeinschaftlicher Hofraum, der als Erschliessungsraum dient.
Der Hof liegt auf dem Niveau des ehemaligen unbebauten Grunds der Hofstatt und macht diesen im heutigen Stadtgefüge wieder lesbar. Mit seinen sanft geformten, historisch referenzierenden Korbbögen entfaltet er eine leise, atmosphärische Wirkung – als architektonisches Herzstück der Anlage. Der Hof verbindet Luft, Licht und Nachbarschaft, vermittelt zwischen Altstadt und Neubau und schafft ein Stück städtische Selbstverständlichkeit im historischen Kontext.