Studienauftrag, 1. Rang
Der Centralbahnplatz gehört zu den prominentesten Adressen Basels. Gegenüber dem Hauptbahnhof markiert er den Übergang zwischen der belebten Verkehrsdrehscheibe und der gewachsenen Stadtstruktur. Das Wettbewerbsareal liegt an jener Stelle, an der sich die repräsentativen Hotelbauten des späten 19. Jahrhunderts aneinanderreihen – Zeugnisse der Geschichte des Platzes als Ankunftsort der Reisenden.
Die Aufgabe bestand darin, ein Ersatzgebäude zu entwerfen, das diesen Ort respektiert und zugleich zeitaktuell weiterführt: ein Haus, das den Stadtraum fasst und eine ausgewogene, selbstverständliche Präsenz entwickelt.
Der Entwurf versteht den Neubau als Teil eines Ensembles. Die städtebauliche Haltung ist von Präzision der Proportionen und von Zurückhaltung geprägt: Das Gebäude schliesst die Häuserzeile am Centralbahnplatz, reagiert in seiner Höhenentwicklung und Fassadengliederung auf die Nachbarn und rahmt den Platz als Eingangstor zur Innenstadt. Die Lage direkt gegenüber dem Hauptbahnhof verlangt eine architektonische Antwort, die zwischen Bewegung und Ruhe vermittelt – zwischen Ankommen und Verweilen.
Das Projekt interpretiert den Ort als innerstädtisches Haus mit eindeutiger Struktur und feiner Gliederung. Eine offene Stützenstruktur im Inneren bildet die konstruktive Basis und prägt zugleich das äussere Erscheinungsbild. Vertikale Elemente der Fassade übersetzen die innere Traglogik, horizontale Bänder und Gesimse schaffen Massstab und Ordnung zur Nachbarschaft. Die vorgeschlagene Putzfassade greift die mineralische Materialität der Umgebung auf; eingesetzte Terracotta-Elemente sorgen für Tiefe, Wärme und ein subtiles Spiel von Licht und Schatten, von Oberflächen in rau und glatt. So entsteht eine urbane Erscheinung, die sich selbstverständlich in die Reihe der historischen Bauten einfügt.
Das Projekt zielt auf eine heutige Interpretation der Basler Stadthäuser, deren Eleganz aus Proportion, Material und Massstab erwächst. Die Kombination aus deutlicher Struktur und feiner Oberflächentextur lässt ein Haus entstehen, das Dauerhaftigkeit ausstrahlt und den Centralbahnplatz als Ort des Ankommens neu definiert.