«Zwischen Abbild und Wirklichkeit entfaltet sich ein stilles Spiel der Bedeutungen»

Die ewigen Jagdgründe

Schaffhausen,

2002

Die Ausstellung «Die ewigen Jagdgründe» im Museum zu Allerheiligen richtet den Blick nicht auf Exponate, sondern auf den Raum selbst – als Objekt, Abbild und Projektionsfläche zugleich.

Für die Ausstellung im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen wurde der bestehende Oberlichtsaal selbst zum Thema gemacht. Anstatt ihn als neutralen Hintergrund für Kunstwerke zu nutzen, wurde er zum eigentlichen Ausstellungsgut erklärt – sein Abbild dagegen zum Ausstellungsobjekt.

Drei unterschiedliche Entwürfe variierten gezielt die räumliche Erscheinung des Saales und untersuchten dessen Wirkung auf der Bildebene. Innerhalb dieser gestalterischen Konzepte nahm der Raum verschiedene Charaktere an, die beim Betrachter unterschiedliche Stimmungen und Assoziationen auslösten. Der reale Raum blieb dabei stets hinter der neu geschaffenen „Bildschicht“ ablesbar.

Alle eingesetzten Gestaltungselemente – ein Wandgemälde des Mittelalters, ein Schrank aus dem 17. Jahrhundert und eine Stütze aus der Zeit der Industrialisierung – entstammen dem Bestand des Museums. Diese Objekte wurden in ihrem ursprünglichen Kontext untersucht: hinsichtlich Entstehung, handwerklicher Ausführung und formaler Erscheinung.

Aus den Beobachtungen entstand ein räumliches Vokabular, das das Ornamentale als Träger eines kulturellen «Mehr» verstand – jenes Überschüssige, das über reine Zweckbestimmung hinausweist. In der Ausstellung wurde dieses «Mehr» in eine Reihe von dreidimensionalen, bildhaften Gestaltungen übersetzt, die den Dialog zwischen Raum, Geschichte und Wahrnehmung neu eröffneten.

Projektbeteiligte

Konstanze Sylva Domhardt

Auftraggeber

Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen

Standort

Klosterstrasse 16, 8200 Schaffhausen

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