«Drei unterschiedliche Höfe: Leben zwischen Arbeit und Rückzug»

Arealüberbauung Einsiedeln

Einsiedeln,

2017

Ein neuer Typus zwischen Wohnen und Arbeiten – gedacht als zeitgenössischer Campus im Tal von Einsiedeln.

“Home again”, mit Caruso St. John, Zürich, Wettbewerb, 2. Preis

Das Projekt „Home Again“ beschäftigt sich mit dem Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft und den daraus entstehenden Veränderungen unserer Lebens- und Arbeitsformen. Die Digitalisierung des Alltags hat die Grenzen zwischen Arbeiten und Wohnen zunehmend aufgeweicht. Diese neue Durchlässigkeit stellt auch für die Architektur eine Herausforderung dar: Wie lassen sich Orte denken, die beiden Lebenswelten gerecht werden, ohne sie zu trennen oder zu vermischen?

Einsiedeln, zwischen Klosterlandschaft und industrieller Peripherie gelegen, bietet einen eindrücklichen Kontext für diese Fragestellung. Der Ort ist geprägt von einer klaren topografischen Struktur, vom Rhythmus der Höfe und Werkstätten und von der unmittelbaren Nähe von Landschaft und Produktion. In diesem Spannungsfeld zwischen Rückzug und Öffentlichkeit, Arbeit und Wohnen, formuliert das Projekt seine städtebauliche Haltung.

Die neue Figur für das Steinel-Areal orientiert sich an den historischen Bildern von Campus und Kloster. Um drei Innenhöfe gruppieren sich die Gebäudeteile für Produktion, Gewerbe und Wohnen. Jeder Hof erhält eine eigene räumliche und atmosphärische Qualität: ein privater Garten für die Reihenhäuser, zwei halböffentliche Innenhöfe mit einer robusten, pittoresken Stimmung, und ein zentraler öffentlicher Hof mit Sport- und Aufenthaltsflächen. So entsteht ein räumliches Gefüge, das Nähe und Distanz zugleich zulässt.

Das architektonische Konzept beruht auf Flexibilität und Aneignung. Unterschiedliche Bautypen – vom dreigeschossigen Einfamilienhaus bis zur grosszügigen Geschosswohnung – erlauben verschiedene Wohnformen. Die Gewerbebauten verfügen über grössere Tiefen und können unterschiedliche Nutzungen aufnehmen. Wohnen und Arbeiten sollen sich gegenseitig durchdringen können, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.

So entsteht ein Stück Stadt, das auf den gesellschaftlichen Wandel reagiert – nicht mit Symbolik, sondern mit räumlicher Offenheit und funktionaler Intelligenz.

Projektbeteiligte

Caruso St. John: Adam Caruso, Peter St. John, Florian Zierer, Noémi Orth, Marie Wichard, Lukas Brusch, Nora Walter
Buol & Zünd: Marco Zünd, Lukas Buol, Till Göggelmann

Auftraggeber

JHL Immobilien GmbH / STEINEL Immobilien AG, Einsiedeln

Standort

Allmeindstrasse, Einsiedeln